TT-Europameisterschaft der Senioren

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Bernd und Olli waren dabei

 

Zu ihrer ersten Europameisterschafts-Teilnahme machten sich Ende Mai auch zwei Tischtennisspieler vom DJK SC Blau-Weiß Mülhausen auf den Weg: Oliver Koch und Bernd Walters.

Begleitet wurden sie von ihrem Kegelbruder Christian Dahlmeyer („Dahli“), der in Breyell Tischtennis spielt und ihren besseren Hälften Andrea und Tanja.

 

Ein europaweites Teilnehmerfeld von rund 3.000 Tischtennisspielern fand sich in Bremen ein, um dem kleinen runden Zelluloidball (der ja im Juni 2014 vom neuen Plastikball abgelöst wird) hinterher zu jagen und den Europameister in der jeweiligen Spielklasse zu ermitteln. Unter anderem hatten auch namhafte Stars für die EM gemeldet: Mikael Appelgren (3-maliger Mannschafts-Weltmeister und 3-maliger Einzel-Europameister), Steffen Fetzner (Doppel-Weltmeister 1989), Georg Böhm (6-maliger deutscher Einzel-Meister), Andreas Feyer-Konnerth (zweimaliger rumänischer Meister), Olga Nemes (5-malige Deutsche Meisterin) und viele weitere Olympia-, WM –und EM-Teilnehmer. In diesem erlesenen Feld mussten Olli, Christian und Bernd, die alle ja gerade erst die „4“ vorne stehen haben, in der „Königsklasse“ Ü40 starten, die mit rund 500 Teilnehmern größte und stärkste Klasse der EM. Da rechnete man sich im Vorfeld nicht viel aus und wollte den olympischen Gedanken in den Vordergrund stellen: „Dabei sein ist alles“…

 

 

Am Montag hatte die Königsklasse als einzige noch spielfrei, so dass die drei sich mal die 130 Wettkampftische und zahlreichen Trainingstische in der riesengroßen ÖVB-Arena anschauten. Trainiert wurde an dem Montag natürlich auch ordentlich, so dass es Dienstag morgens dann los gehen konnte. Olli hatte in seiner 4er-Gruppe einen deutschen, einen belgischen und einen slowakischen Gegner, gegen die er erwartungsgemäß jeweils 0:3 unterlag. Bernd traf ebenfalls auf einen deutschen Gegner, zudem hatte er einen Spieler aus der Schweiz und einen aus Estland in seiner Gruppe. Auch er konnte kein Spiel gewinnen, schaffte es aber immerhin gegen den Schweizer und gegen den Esten die Spiele offen zu halten (jeweils 2:3 Sätze). Gegen den Schweizer lag er im Entscheidungssatz sogar noch 9:7 vorne, musste dann aber etwas unglücklich mit 10:12 gratulieren. Schade, da wäre fast ein Sieg bei einer EM drin gewesen! Auch der Breyeller Christian unterlag in seinen Gruppenspielen. Aber auch er konnte zumindest ein Match lange offen gestalten (2:3).

 

Abends standen dann die Doppel auf dem Programm und alle drei sollten einen tollen Triumph feiern können. Nachdem das international ja bereits erfolgreiche Doppel Walters/Koch (zweimaliger Tischtennisturnier-Sieger von Lloret de Mar in den 90er Jahren) zum Auftakt noch 0:3 gegen eine deusch/litauische Kombination verloren hatten, steigerten sie sich im zweiten Spiel und holten ihren ersten Satzgewinn (1:3). Und dann die Sensation: Gegen das deutsche Doppel Beck/Mendes gelang den beiden tatsächlich der vielumjubelte Erfolg bei einer Europameisterschaft. Mit 11:8, 11:8 und 11:2 holten sie sich ihren ersten EM-Sieg. Auch wenn dieser eine Sieg in der Vorrunde nicht zum Weiterkommen reichte, verließen die beiden äußerst zufrieden die Halle und der Erfolg wurde noch mit den ein oder anderen Bierchen begossen. Auch Dahli gelang es an diesem Abend mit seinem zugelosten bayerischen Doppelpartner ein Spiel zu gewinnen, so dass tatsächlich alle drei einen EM-Sieg vorweisen konnten, Respekt!

 

Jetzt hatten alle „Blut geleckt“ und wollten in der Trostrunde noch einen Einzel-Sieg als i-Tüpfelchen oben draufsetzen. Während Appelgren, Böhm und Fetzner um den Titel spielten, hieß es für Olli, Bernd und Christian nochmal „Volle Pulle“ – vielleicht gelingt ja noch ein EM-Einzel-Erfolg. Dahli bekam es mit dem Deutschen Ralf Bertels zu tun, der TTR-mäßig deutlich höher eingestuft war. Aber Dahli hielt gut mit und schaffte es nach tollem Kampf in den Entscheidungssatz (13:11, 9:11, 7:11, 15:13). Leider hatte Bertels aber das bessere Ende für sich und gewann denkbar knapp mit 11:9 im Fünften. Olli Koch mühte sich zeitgleich mit dem Dänen Petersen. Beide schenkten sich nichts und da beide ungefähr gleich stark waren wussten sie: Das ist meine Chance auf einen EM-Sieg! Nach 9:11, 11:9, 9:11 und 11:9 musste auch hier der Entscheidungssatz her. Bei 9:9 stand das Spiel „Spitz auf Knopf“, aber Olli war einfach zu nervös (ähnlich wie vor vielen, vielen Jahren), um das Spiel nach Hause zu bringen. Zwei leicht verschlagene Returns von Olli brachten dem Dänen seinen EM-Erfolg. Der musste natürlich für’s Familienalbum festgehalten werden – auch wenn Olli leicht gequält in die Kamera blickte. Nun waren zwei der drei ganz, ganz knapp an ihrem Einzel-Sieg vorbei geschrammt,  blieb nur noch Bernd. Und tatsächlich: Bernd schaffte gegen den Schweden Pettersson mit einem 11:9, 11:9 und 11:2 den erhofften Einzel-Sieg bei einer Europameisterschaft. Auch das musste natürlich im Bild festgehalten werden. In der nächsten Runde war aber dann auch für ihn Endstation (0:3), so dass man danach gemeinsam mit den Mädels wieder Richtung Heimat aufbrechen konnte (das Hotel war eh nicht bis zum Finaltag gebucht…).

 

Eine kleine Anekdote gibt es auch noch zu berichten. Olli und Bernd wurden des Öfteren mit größtem Respekt angesprochen: „Wow, ihr seid ja letzte Saison super stark gewesen. Glückwunsch zum Aufstieg! Und toi, toi, toi für die neue Saison und bei der EM!“. Hmmm, woher wussten so viele Menschen, das Bernd in die Landesliga aufgestiegen war…???

Die Auflösung: „Die Leute hatten uns in unseren Trainingsanzügen mit dem Schriftzug „Mülhausen“ drauf gesehen und dachten, wir wären aus der 2. Bundesliga-Mannschaft von Mühlhausen, die jüngst unangefochtener Zweitligameister mit 35:1 Punkten geworden ist und den Aufstieg in die 1. Bundesliga gefeiert hat. Naja, spätestens nachdem sie uns dann ein paar Bälle haben spielen sehen, wussten sie, dass wir dann doch ein wenig tiefer spielen…

;o)

 

Fazit:

Eine tolle Tour liegt hinter uns, in der wir ein einmaliges Erlebnis hatten: Wir haben alle bei einer Europameisterschaft (!) ein Spiel gewonnen (Olli und Dahli im Doppel, Bernd sogar zusätzlich im Einzel). Wow, da gibt es wohl nicht allzu viele Freizeitsportler, die das von sich sagen können…

 

Daher auch nochmal ein großes Kompliment an den ITTF und an den DTTB, die durch ihre großen logistischen Fähigkeiten eine solche Massenveranstaltung, an denen dann auch Freizeitsportler teilnehmen können, erst ermöglichen. Mal sehen, die nächste EM ist 2015 in Finnland – vielleicht schlagen wir da wieder auf.

 

Sportliche Grüße

 

Bernd Walters

 

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